Beste Nachwuchsproduktion 2009
Ein skurriles, gar absurdes Theater hat Nachwuchsregisseur Alexander Pohl in seinem Kurzfilm „Trickster“ auf die Leinwand projiziert. Hauptprotagonist ist ein ganz gewöhnlicher Zirkusclown, der zwischen Welten, Zeiten und Charakteren hin und her gerissen wird.
Der junge Nachwuchsregisseur Pohl (31), und ehemaliger Student der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg konnte mit „Trickster“ die Jury des animago Festivals 2009 überzeugen. Völlig verdient gewann er den animago Award 2009 für die Beste Nachwuchsproduktion.
In Trickster taucht der Zuschauer in eine perfekte Animation verschiedenster Welten ein und durchlebt mit dem Hauptdarsteller dessen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die nicht immer völlig nachvollziehbare Handlung spielt sich an verschieden Welten und Orten ab. Selbst Regisseur Alexander Pohl ist sich bis zum heutigen Tage nicht völlig im Klaren, wie er sein Werk treffend beschreiben könnte: „Eine Aussage über den Filminhalt zu machen stellt sich für mich als äußerst schwierig da. Sobald ich meine, eine passende Beschreibung gefunden zu haben, muss ich feststellen, dass ich damit dem Film und meiner Intention nicht gerecht werde. Vielleicht kann man Trickster kurz als eine Mischung aus klassischem und absurdem Theater beschreiben.“
Im Film durchlebt der Clown mehrere Metamorphosen und wird in sonderbare, schöne und extravagante Welten entführt. Diese hatte Pohl alle selbst als Mate Painter mit Photoshop, ZBrush und Bodypaint konzipiert. Die Animationen des Narren herzustellen, erwies sich schwieriger als gedacht. Zu Pohls Studienzeiten stand der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ noch kein Motion-Capturing-System zur Verfügung. Aus diesem Grunde engagierte Alexander Pohl den Schauspieler Florian Hertweck, der den Clown imitierte.
„Die gesamte Mimik, Gestik und Choreographie von Florian habe ich intensiv studiert, um sie dann manuell auf den technischen digitalen Charakter zu übertragen. Für die 20 Minuten Keyframe-Animation war ich über vier Monate lang beschäftigt“, so Pohl.
Den ausführlichen Bericht über Alexander Pohls Diplomarbeit "Trickster" finden im Sonderheft animago AWARD & CONFERENCE 2009. Es ist Ende November erhältlich.