• animago.Redaktion
  • hinzugefügt am
  • 07.10.09 um
  • 08.54 Uhr
Neues motion capture-Verfahren bei der animago CONFERENCE
Im Rahmen der animago CONFERENCE berichtet metricminds über neue Wege der Gesichtsanimation. Die Embody-Technolgie des US-Entwicklers CaptiveMotion beschreitet neue Wege beim motion capture. Das deutsche Studio metricminds berichtet auf der animago CONFERENCE über "filmreife Gesichtsanimationen".

Bisher hat motion capture im Gesicht die gleiche Technologie benutzt, wie das optische motion capture für den Körper: Reflektierende Marker werden von mehreren Seiten aufgenommen und danach wird ihre Position errechnet. Hier gelten die gleichen Regeln der Physik wie im "großen" MoCap-Studio. Die Marker müssen rund sein, damit das Licht sauber nach allen Richtungen zurückreflektiert werden kann. Die Kugelform ist außerdem wichtig, damit ihr Mittelpunkt gut von allen Perspektiven bestimmt werden kann, um die Genauigkeit zu gewährleisten. Der Prozess ist also nicht ganz unkompliziert und erfordert kleine Kügelchen auf dem Gesicht. Diese Kugelmarker haben zudem die Eigenschaft, dass sie sich nicht nur mit dem Gesicht bewegen, sondern aufgrund ihrer Aufhängung auch Eigenbewegungen und Zittern entwickeln. In der späteren Animation bewirken diese Bewegungen einen gummiartigen Effekt, der nicht unbedingt erwünscht ist. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Marker leicht abfallen und ihre Reflektionskraft nachlässt, wenn sie schmutzig werden, oder mit Schweiß in Berührung kommen.

Das Embody Verfahren benutzt flache Marker, also Folienkreise, die auf das Gesicht aufgetragen werden. Diese werden strategisch positioniert, um eine gute Animierbarkeit der Daten zu gewährleisten. Momentan benutzt das Standard-Markerset etwa 1400 Marker. Diese werden dann, ähnlich wie beim herkömmlichen Motion Capture, mit mehreren Kameras aufgenommen und getracked. Das Ergebnis ist ein animiertes Mesh, das auch die Ausrichtung der Kreise beinhaltet (Normalen). Dieses Mesh wird dann per Shrink-Wrap Verfahren auf anders proportionierte Gesichter übertragen (Retargeting).

Die Qualität der Animationen ist sehr gut für Close-ups im Kino geeignet. Embody wurde jedoch für Computerspiele entwickelt, daher lässt sich die Animation auf beliebig viele Bones oder Morph Targets skalieren.

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Kommentare

Dietrich Lange schreibt:

Motion Capture ist eine interessante Technik, doch die Ergebnisse langweilen: Man sieht hinter den 3D-Figuren die echten Menschen agieren wie durch einen teildurchsichtigen Spiegel, was irgendwie befremdlich wirkt und vom fiktiven Charakter ablenkt, und weil es am besten funktioniert, wenn die Proportionen der 3D-Darsteller mit den Schauspielern übereinstimmen...Dann hätte man doch gleich einen Realfilm mit echten Darstellern machen können, was zu einer realistischen Story zwingt und so sehr gute Filme entstehen lässt, die noch immer die meisten Zuschauer favorisieren.
Wie interessant und anregend sind im Vergleich zu Motion Capture dagegen gute handanimierte Charaktere, die wirklich und überzeugend in eine eigene phantastische Welt führen!

Also entweder - oder- meine ich.

Motion Capture nachzuarbeiten und zu "entrealisieren" ist ein Graus, gleich sauber von Anfang an zu animieren ist da viel schneller.

Motion Capture ist vor allem für Produzenten interessant, die ganz schnell und kostengünstig "Animationen" à la Barbie oder TV-Serien abspulen wollen, ohne in eine gute Charakteranimation investieren zu müssen. Das Ergebnis ist, wie ich ja schon oben erwähnte, einfach langweilig und nichtssagend.
Eine Ausnahme davon wären 3D-Charaktere oder spezielle Masken, die in einem Realfilm eingesetzt werden und dementsprechend sauber in allen Aspekten passen müssen. Hier wäre Motion Capture dann optimal eingesetzt.



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Detail, 05.02.12
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